Vegan

“Vegetarisch verstehe ich ja noch, aber warum denn vegan?”

Tja, warum vegan?

Man stellt sich einen Bauernhof vor, auf dem in einem gemütlichen Stall 5-10 Kühe glücklich schmatzend ihr Leben genießen, ab und zu auf die Weide dürfen, um die sich die Bauern jeden Tag liebevoll kümmern und die dafür einfach nur ihre Milch hergeben müssen. Im Nachbarstall sieht man Hühner. Körnersuchend picken sie den Boden ab und freuen sich über jeden Besuch, denen man ihnen abstattet und jeden Tag darf sich der Bauer über ein Ei freuen, das jedes einzelne von ihnen legt.

Ist die Welt nicht schön?

Seltsamerweise besteht die ganze Farm aus weiblichen Tieren, natürlich mit Ausnahme des obligatorischen Hahnes und mit ganz viel Glück bekommt man auch einen echten Bullen zu Gesicht! Nun, wo sind denn die 50% männlichen Tiere abgeblieben? Und wie lang überleben solche Kühe und Hühner eigentlich, wenn sie sich permanent verausgaben müssen, um Milch und Eier zu produzieren? Und was passiert mit ihnen, wenn ihre Produktivität nach 2 Jahren so langsam nachlässt?

Der Vegetarismus tötet Tiere.

Die Fleisch- und Milchproduktion ergänzen sich prima: Kühe müssen etwa jährlich (künstlich) befruchtet werden, damit ihre Milchdrüsen überhaupt weiter Milch produzieren. Dabei entsteht natürlich ein Kalb, das rasch entfernt wird und entweder zur Milchkuh (falls überhaupt weiblich) gemacht wird oder aber als Kalbfleisch endet.  Nach 3-5 Jahren ist auch die Mutterkuh so ausgelaugt, dass sie schwächelt. Sie jetzt in Ruhe zu lassen und bis an ihr Lebensende zur versorgen, wäre viel zu teuer, also kommt auch sie unters Messer bzw in die nächste Rinderbrühe o.ä. Ein erneuerbarer Rohstoff!

Was ist mit den Hühnern? Küken werden geboren, sie sind entweder Weibchen oder auch nicht. Da nur weibliche Vögel Eier legen und ihre andersgeschlechtlichen Geschwister keinen Nutzen haben, werden sie unmittelbar nach dem Schlüpfen aussortiert und entweder in den Schredder geworfen oder vergast oder auch beides.

Das weibliche Huhn hat das Glück, so gezüchtet zu sein, dass es jeden Tag ein Ei legt. Das ist eine Höchstleistung und das zehrt natürlich am Körper. Nach 2 Jahren ist auch das Huhn so fertig, dass man es in der Regel schlachtet.

Hinzu kommt, dass die Realität nicht dem idyllischen Bild entspricht, welches oben beschrieben wurde. Vielmehr kommen so gut wie alle Tierprodukte aus der Massentierhaltung, die die bekannten Nachteile mit sich bringt: Tiere haben kaum Platz, leben in den eigenen Fäkalien, sehen in der Regel nie eine Wiese, greifen sich gegenseitig an, werden auch sonst nur kosteneffizientst behandelt und für was?

Ein Mensch kann ohne Milch, Eier, Wolle, Leder, etc gesund leben und muss dabei nichts vermissen. Neben den ethischen Aspekten bedeutet eine vegane Lebensweise zudem noch einen extrem sparsamen Umgang mit Ressourcen und sorgt für weniger Umweltverschmutzung/Vergiftung durch Fäkalien. Die Antwort auf die anfängliche Frage lautet also: “Warum nicht vegan?”

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